Trampen

 

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Sozial, Ökonomisch, Ökologisch   

 

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Über uns und das Trampen

 

Die trampende Kuh

 

Ich bin Chris und Freund des gepflegten Trampens.

Jahrelang habe ich dieses Hobby leidenschaflich betrieben - egal ob in die nächste Stadt oder kreuz und quer durch ein fremdes Land - mit dem Daumen bin ich immer gut gereist. Fernweh hat schon jeden von uns einmal getroffen. Sogar Udo Lindenberg hat mal ein Lied zum Thema Trampen geschrieben. Als meine Jungend jedoch mit großen Schritten dem Ende zuging, habe ich mich als werdender Familienvater entschieden, mich vom aktiven Trampen zu verabschieden. Doch auch als Tramper außer Dienst möchte ich weiterhin meine Erfahrung und Begeisterung weitergeben.

Trampen ist nicht nur die wohl preisgünstigste Variante der Fortbewegung, es ist auch die sozialste. Man kann dadurch unzählige nette Menschen kennen lernen und auch Freundschaften schließen. Besonders fasziniert mich, dass man mit verschiedensten Leuten in Kontakt tritt, an die man sonst selten herankommt - vom Vorstandsvorsitzenden im A8, über den senilen Opa im Golf bis hin zum Achtzehnjährigen in seiner Prollschüssel. Die intime Atmosphäre im Auto sorgt fast immer für freundschaftliche Gespräche. Man baut Vorurteile über bestimmte Gruppen ab und ich habe auch häufiger von Älteren den Satz gehört, dass die Jugend ja doch nicht so schlecht ist, wie sie es immer geglaubt haben. So etwas sind typische Tramperlebnisse, die große Freude machen. Trampen hilft, an das Gute im Menschen zu glauben, wenn man zu zweifeln beginnt. Dies wird einem leicht gemacht, wenn zum Beispiel ein wildfremder 40 km dranhängt, um einen nicht nachts auf die Straße entlassen zu müssen.

Außerdem halte ich entgegen der weitläufig verbreiteten Meinung Trampen nicht für reines Schnorren. Es bedeutet genauso Geben wie Nehmen. Vielen Autofahrern, die über Stunden gelangweilt auf deutschen Straßen unterwegs sind, kann man mit netter Gesellschaft einen großen Gefallen tun. Wer sich als Anhalter bemüht, nette Gespräche mit den Fahrern zu führen, erreicht weit mehr, als nur gratis von A nach B zu kommen.

Gerade beim Reisen, wo es als größte Herausforderung gilt, mit "typischen" Einheimischen in Kontakt zu kommen, ist das Trampen wie geschaffen für zahlreiche ungezwungene Begegnungen. Persönliche Einladungen, die sich andere Touristen nur erträumen können, haben Tramper häufig ihrem Daumen zu verdanken.

Ich selbst schätze auch die Schulung in Geduld und Selbstbeherrschung, wenn es einmal länger dauert oder man am späten Abend im Nichts strandet. Irgendwie schafft man es dann doch meistens.

Trampen ist einfach aus vielen Sichtweisen überlegen. Daher die drei Schlagworte "Sozial, Ökonomisch, Ökologisch" im Titel, die wie unvereinbare Politikerfloskeln klingen, aber auf dieses Hobby wirklich zutreffen.

Auch wenn ich nun selbst nur noch Tramper im Ruhestand bin, habe ich immer noch eine große Zuneigung zu diesem Hobby, diesen Sport, oder wie man es auch nennen mag. Ich überlasse es nun der Jugend, das Feld der sympathischsten Fortbewegung zu beackern und nehme natürlich gerne als "Passiver Trampe" andere mit.

PS: Autofahrer schließen A....löcher leider nicht aus (und Tramper auch nicht). Daher möchte ich ein gewisses Restrisiko nicht verschweigen.

 
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